Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Porcellio scaber besitzt einen ovalen, dorsoventral abgeflachten Körper, der eine Länge von 8,5 bis 18 mm erreicht. Der Körper gliedert sich in den Kopf (Cephalon), den aus sieben Segmenten bestehenden Thorax (Pereion) und das sechsgliedrige Abdomen (Pleon) mit Telson.[1] Charakteristisch ist das stark granulierte, warzige Exoskelett aus kalkhaltigem Chitin, dessen raue Oberfläche das Art-Epitheton scaber (rau) begründet.[4][2] Die Grundfärbung ist typischerweise schiefergrau bis tiefblau, wobei die Ventralseite meist blasser erscheint und eine Tarnung im Laubstreu ermöglicht.[1] Es treten genetisch bedingte Farbvariationen auf, darunter braune, rötliche (erythristische) oder orange Morphen sowie gescheckte Muster, die oft auf Weibchen beschränkt sind.[2] Am Kopf befinden sich sitzende Komplexaugen und zwei Antennenpaare, wobei das zweite Paar deutlich länger ist und sensorische Borsten zur Chemorezeption trägt. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die weißen Pseudotracheen an den Außenästen der ersten zwei Hinterleibsbeinpaare, die als Lungen für die Luftatmung fungieren. Adulte Tiere verfügen über sieben Laufbeinpaare am Pereion, die für die terrestrische Fortbewegung optimiert sind. Ein Sexualdimorphismus zeigt sich darin, dass Männchen eine genitale Projektion am hinteren Pereion besitzen, während Weibchen oft heller gefärbt sind und ein ventrales Marsupium (Brutsack) ausbilden.[1] Jungtiere schlüpfen als sogenannte Manca-Larven, die wie Miniatur-Adulte wirken, denen jedoch zunächst das siebte Laufbeinpaar fehlt. Die Eier, deren Anzahl je nach Körpergröße des Weibchens zwischen 12 und 90 variiert, werden bis zum Schlupf im Marsupium getragen.[2] Im Gegensatz zu Rollasseln wie Armadillidium vulgare kann sich P. scaber bei Gefahr nicht zu einer vollständigen Kugel einrollen, sondern krümmt sich nur unvollständig.[3] Von der ähnlich verbreiteten Mauerassel (Oniscus asellus) unterscheidet sie sich primär durch die matte, raue Oberflächenstruktur im Vergleich zum glatten Panzer der Verwandten.[1]
Die Kellerassel (*Porcellio scaber*) ist eine terrestrische Isopodenart aus der Familie der Porcellionidae, die sich durch ihren abgeflachten, elliptischen Körper und ein charakteristisches, rau-warziges Exoskelett auszeichnet.[1][2] Ursprünglich in Zentral- und Westeuropa beheimatet, hat sich dieser Kulturfolger durch menschliche Verschleppung weltweit in gemäßigten Klimazonen etabliert und gilt heute als kosmopolitisch verbreitet.[2][3] Im natürlichen Lebensraum erscheint die Art meist schiefergrau bis dunkelblau, wobei die Färbung auf der Bauchseite blasser ist, was eine effektive Tarnung im Laubstreu bietet.[1][2] Der bis zu 18 mm lange Körper gliedert sich in den Kopf (Cephalon), sieben Thoraxsegmente (Pereion) mit je einem Laufbeinpaar und den Hinterleib (Pleon), der in einem Telson mit stabilisierenden Uropoden endet. Eine wesentliche anatomische Anpassung an das Landleben sind die weißen Pseudotracheen an den ersten zwei Pleopodenpaaren, die als Lungenersatz den direkten Gasaustausch in feuchter Luft ermöglichen.[2] Da der kalzifizierten Kutikula eine schützende Wachsschicht fehlt, ist die Art anfällig für Austrocknung und zeigt ein ausgeprägtes Kontaktverhalten (Thigmokinesis), indem sie sich tagsüber in Gruppen unter Steinen oder Totholz zusammenfindet. Im Vergleich zu feuchtigkeitsliebenderen Arten wie *Oniscus asellus* toleriert *Porcellio scaber* etwas trockenere Mikrohabitate, bevorzugt jedoch weiterhin eine relative Luftfeuchtigkeit von 70–90 %.[1][2] Die Entwicklung verläuft direkt ohne Metamorphose; aus dem Marsupium (Brutbeutel) des Weibchens schlüpfen nach etwa 35 Tagen sogenannte Manca-Larven. Diese Jungtiere gleichen den Adulten bereits stark, unterscheiden sich jedoch durch das Fehlen des siebten Beinpaares, das erst nach der ersten Häutung ausgebildet wird.[2] Bis zur Geschlechtsreife durchlaufen die Tiere 8 bis 12 Häutungen über einen Zeitraum von etwa 14 bis 21 Monaten, wobei die Häutungsfrequenz stark von der Umgebungsfeuchtigkeit und Nahrungsverfügbarkeit abhängt. Ein Sexualdimorphismus ist über den Lebenszyklus erkennbar: Männchen besitzen modifizierte Pleopoden (Gonopoden) zur Spermienübertragung, während Weibchen oft heller gefärbt sind und während der Fortpflanzungszeit das ventrale Marsupium ausbilden.[1][2] Neben der wildtypischen Graufärbung treten genetisch bedingte Farbvarianten auf, darunter orangefarbene Morphen oder – geschlechtsgebunden bei Weibchen – gesprenkelte Varianten.[2] Wissenschaftlich erstbeschrieben wurde die Art 1804 durch Pierre André Latreille; der Artname *scaber* (lateinisch für „rau“) verweist auf die typische tuberkulierte Oberflächenstruktur des Panzers.[2][4] Historisch wurden diverse Unterarten wie *Porcellio scaber lusitanus* beschrieben, die jedoch meist als geografische Varianten der Nominatform betrachtet werden. Als Detritivoren spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie organisches Material zersetzen und Nährstoffe in den Bodenkreislauf zurückführen.[2]
Systematik
Name & Einordnung
Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Porcellio scaber*, wobei die Erstbeschreibung im Jahr 1804 durch den französischen Entomologen Pierre André Latreille erfolgte.[1][2] Latreille etablierte das Binomen in seinem Werk *Histoire Naturelle, générale et particulière, des crustacés et des insectes*. Der Gattungsname *Porcellio* leitet sich vom lateinischen Begriff *porcellus* ab, was „kleines Schwein“ bedeutet und auf die rundliche Körperform anspielt. Das Artepitheton *scaber* entstammt ebenfalls dem Lateinischen („rau“, „schuppig“) und beschreibt das charakteristisch granulierte, warzige Exoskelett dieser Landassel. Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Kellerassel der gebräuchliche Trivialname. International sind englische Bezeichnungen wie „common rough woodlouse“ oder „slater“ verbreitet. Die nomenklatorische Geschichte umfasst diverse historische Synonyme, die heute nicht mehr gültig sind, darunter *Oniscus granulatus* Lamarck, 1818, *Porcellio brandtii* Milne-Edwards, 1841 und *Philoscia tuberculata* Stimpson, 1856. Während frühere Varietäten wie *Porcellio scaber japonicus* und *Porcellio scaber americanus* inzwischen als Synonyme der Nominatform gelten, wird *Porcellio scaber lusitanus* (Verhoeff, 1907) als endemische Unterart der Iberischen Halbinsel anerkannt.[1] Systematisch steht die Art innerhalb der Ordnung der Asseln (Isopoda) in der Familie der Porcellionidae.[1][2]